Rezension: Melanie Vega: Die Hässlichen

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Claire und Helena sind gute Freundinnen und beide hässlich. Claire schon von Anfang an, Helena nach einem schweren Autounfall. Immer wieder werden die beiden auf der Straße blöd angeguckt und irgendwann haben sie genug. Sie gründen die Fucking Uglies, kurz „Fuglies“, und nehmen dort nur hässliche Menschen auf. Schnell wird die Gruppe zu einem gefragten und interessanten Club, der wächst und wächst…
Mit den Fuglies wird die Hässlichkeit cool und die Schlagzeilen überschlagen sich.
Doch nach einem Ereignis spaltet sich die Gruppe, die einen wollen nur cool sein und Spaß haben; die anderen wollen – zur Not auch mit Gewalt – gegen den Schönheitswahn vorgehen…

Die Hauptfiguren in „Die Hässlichen“ sind alle sehr unterschiedlich und interessant dargestellt.
Durch ihre andersartigen Charaktere konnte ich mich mit keinem identifizieren, was ich aber nicht schlimm fand, denn durch ihre Andersartigkeit habe ich angefangen, darüber nachzudenken, warum die Charaktere so sind wie sie sind: aus allen Schichten der Gesellschaft, weiblich, männlich, intelligent oder durchschnittlich ….
Helena kommt aus einer reichen und hübschen Familie, ihre Schwester ist Model, ihre Eltern sind sehr erfolgreich und keiner von ihnen hat viel Zeit für Helena. Sie selbst findet sich hässlich und sieht überall nur Makel, doch eigentlich ist sie sehr hübsch. Die Leute auf der Straße und aus ihrem Umfeld finden Helena wunderschön. Sie unterzieht sich täglichen Schönheitsritualen, um mit den Schönen ihres Umfeldes mithalten zu können. Gut auszusehen ist ihr sehr wichtig, zumal ihr Studium an der Kunsthochschule nicht so gut läuft… Nach ihrem Autounfall hat Helena zahlreiche Brandnarben und fängt an, gegen ihre Eltern und die Gesellschaft, in der die äußerliche Perfektion im Mittelpunkt steht, zu rebellieren.
Claire studiert Psychologie und ist von Natur aus hässlich. Dadurch muss sie sich von Anfang an durchschlagen und blöde Kommentare ignorieren. Sie joggt regelmäßig und so ist nicht nur ihr Geist, sondern auch ihr Körper in Top-Form, doch sie selbst und die oberflächlichen Leute finden ihr Gesicht abstoßend. Deshalb übermannen sie auch mal Selbstzweifel bis hin zu leichten Depressionen.
Helena und Claire sind schon lange befreundet. Sie gründen die Fuglies und stoßen auf viele Leute, denen es ähnlich geht wie ihnen selbst. Die Gruppenmitglieder fangen an, ihr Leben anzunehmen. Endlich sind sie keine Einzelgänger mehr, bekommen Selbstbewusstsein und entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen.
Das Buch beschreibt gnadenlos den Schönheitswahn; ganz nah dran an unserem Alltag mit Models auf Zeitschriftencovern, die mit Photoshop perfektioniert werden; perfekten Werbegesichtern- und bodies, Diäten, Sendungen wie GNTM usw.

Die Fuglies bekommen immer mehr Zulauf und schließlich müssen “die Schönen” um die Gunst der Hässlichen ringen…

 
Am Anfang des Buches kam ich gut in die Geschichte rein und erfuhr schnell etwas über die Gesellschaft und Hauptfiguren. Den Höhepunkt möchte ich hier nicht verraten, aber da merkte ich schon, hier kann es kein 0815-Happy End geben.
„Die Hässlichen“ war für mich ein schockierendes Buch über Aussehen, Oberflächlichkeit, Ausgrenzung und Zugehörigkeit. Erst fühlen sich die Hässlichen ausgegrenzt; und dann machen es die Fuglies auch nicht besser und diskriminieren andere. Deshalb regt das Buch zum Nachdenken an: Wie integriere ich alle in eine Gesellschaft? Was alles macht den Menschen und seine Ausstrahlung aus? Und was macht uns Menschen glücklich?

 Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 2 ( gut) 

Deutscher Titel: Die Hässlichen
Verlag: epubli Verlag
Seitenzahl: 340
ISBN-13: 978-3844280197
 Preis: 4,99€

Allgemein

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