“Heldentage” von Sabine Raml

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Ein Held zu sein…

Das will auf ganz unterschiedliche Art doch eigentlich jeder…

Oder?

Lea ist fünfzehn und hat viele Träume: Sie will schreiben. Sie will rennen, ohne je außer Puste zu sein. Sie will so wunderschön sein wie ihre beste Freundin Pola. In ihren Träumen ist Lea eine Heldin. Im richtigen Leben klappt es manchmal nicht: Gerade hat sich Lenny, Leas erster Freund, von ihr getrennt. Sie vermisst ihn schrecklich. Leas Mutter versinkt in ihren eigenen Problemen und kann Lea nicht helfen. Aber es gibt ja noch Pola und die Clique – und einen tollen neuen Jungen an der Schule, der sich unbegreiflicherweise für Lea interessiert … Im Laufe eines langen Sommers findet Lea heraus, dass sie eigentlich doch auch eine Heldin ist, jeden Tag ein bisschen.

In dem Buch „Heldentage“ ist die 15-jährige Lea die Protagonistin. Lea hat grüne, große Augen und ein dreieckiges Gesicht. Ihren blonden, langen und dünnen Haaren hat sie ihren Spitznamen „Spaghetti“ zu verdanken. Sie ist ein Teenager: geht zur Schule; ihre Clique und insbesondere ihre beste Freundin Pola sind ihr sehr wichtig und sie erlebt das erste Verliebt sein.

Lea erzählt in Tagebuchform von ihrem Alltag. Und dieser ist nicht so einfach: vor 5 Jahren zog ihr Vater weg nach Ibiza und seitdem ist ihre Mutter eine Alkoholikerin, ohne Job und depressiv. Weil Lea den Haushalt übernehmen und der Mutter den Alkohol und die Zigaretten (sonst wird sie geschlagen) und auch das immer zu knappe Geld vom Amt besorgen muss, bleibt sie in der Schule sitzen.

Lea braucht all ihre Kraft, um die dunkle Wohnung täglich zu betreten. Dort herrscht eine schlechte Stimmung, angefangen von der Glühbirne ohne Lampenschirm in ihrem Zimmer, fehlende Klamotten und Schuhen bis hin zum stets leeren Kühlschrank. Leas Bauch ist nicht nur leer vom Hunger, sondern auch von der fehlenden Zuwendung und Liebe.

Als könnte das nicht schlimm genug sein, ist Mutter für Lea eine richtige Last, denn Lea muss sich tagein, tagaus um sie kümmern, damit sie überhaupt weiterlebt. Und das nimmt Lea die Luft zum Atmen – im wahrsten Sinne des Wortes, denn Lea hat Asthma. Und vor lauter Scham auch noch ein Hautproblem. Wenn sie rote Flecken bekommt und alles juckt und brennt, beschreibt sie das so, als würde ihr Innerstes nach außen explodieren. Sie schämt sich für ihre Mutter und so vieles mehr – wie soll sie aus ihrer Haut (Situation) herauskommen?

Eine Strategie sind ihre Tagträume: „…ich bin stolz auf meine Fantasie.“ (S.55). Und dann ist da ihre unglaubliche Entwicklung. Aber ich möchte jetzt nicht zu viel verraten…

Lea hat viele Wünsche und will eine Heldin sein, dabei ist sie dies ja schon längst, so wie sie sich jeden Tag durch ihr Leben schlägt.

Sie ist eine sehr sympathische Hauptfigur. Locker erzählt sie, wie sie von einer Situation in die nächste rutscht. Es gibt viele schöne Momente und auch in den schwierigen Situationen bewahrt sie sich eine Brise Humor. Bier-, Wein- und Schnapsflaschen nennt sie Mutters Flaschenfreunde und wenn Lea Alkohol besorgen muss, dann wird aus der Alditasche schon mal der Tütenhund Bello. Da musste ich oft lächeln. Ich habe mich mit Lea über ihre Freundschaft zu Pola oder über ihre schönen Erlebnisse gefreut und wollte das Buch nicht aus der Hand legen und wissen, wie es weitergeht. Und mein Fazit: Das Leben hat immer auch schöne Seiten, für die wir uns einfach nicht verschließen dürfen, sondern wir sollten jeden Tag nutzen und ihn gestalten.

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Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 1 (sehr gut) bis 2(gut)

Titel: Heldentage
Verlag:  Heyne fliegt
Seitenzahl:304
 ISBN-13: 9783453269606
Preis: 14,99€

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3 thoughts on ““Heldentage” von Sabine Raml

  1. Liebe Lena,

    eine tolle Rezension, die mich wieder richtig in die Stimmung versetzt hat, die ich auch beim Lesen hatte. Mich hat das Buch sehr mitgenommen, aber zeitweise auch zum Lächeln gebracht, wie dich auch.

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