Auf und Davon — Ein literarischer Roadmovie?!

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Hey ihr lieben Bücherwürmer,

Auf und Davon werde ich euch heute vorstellen!

Komischer, verrückter Road-Trip Roman?!

Oder doch eher literarischer Roadmovie?!

Wir werden sehen… 😉

Mary Iris Malone spielte schon lange mit dem Gedanken, abzuhauen. Viel zu lange hat sie es bei ihrem Vater und dessen neuer Frau aushalten müssen- und viel zu lange hat sie ihre Mutter nicht gesehen. Als sie dann Briefe von ihrer Mutter entdeckt und ein Gespräch belauscht, in dem deutlich wird, dass Mims Mutter krank ist, packt Mim kurzerhand ihre Sachen und steigt in den Bus nach Cleveland. Ohne jemandem Bescheid zu geben, reist sie viele Kilometer und begegnet dabei so einigen komische, undurchschaubaren und besonderen Menschen!

Fun Fact: Bevor ich das Buch dann in der Hand hielt, dachte ich, dass Mims Nachname Melone lautet. Ich werde das Bild von Mim mit einer Melone einfach nicht mehr los!

Auf und Davon mag auf den ersten Blick vielleicht nach einem Roadtrip Roman, wie man ihn schon so oft gelesen hat, aussehen, doch Wörter wie ‘normal’ oder ‘gewöhnlich’ passen wirklich nicht zu der Geschichte. Stattdessen steckt Auf und Davon voller Verrücktheit, Skurrilität und Sonderbarkeit. Dinge, die einen Roman für mich zwar besonders werden lassen, doch man sollte sich darauf einstellen, dass das Lesen nicht unbedingt einfach wird.

Das Skurrile fängt schon mit der Protagonistin Mim an, die ziemlich sonderbar, anfangs auf mich leicht merkwürdig wirkte. Dabei hat sie so einiges zu verarbeiten: Ihre Mutter ist viele Kilometer von ihr entfernt und soll nun auch sehr krank sein, ihre Eltern leben getrennt, Mim ist kein Fan der neuen Stiefmutter und als wäre das alles nicht schon genug, ist Mims Vater überzeugt, dass seine Tochter leicht verrückt ist und verordnet ihr Tabletten, da es in der Familie anscheinend einige Krankheitsfälle mit der Psyche gibt… Mim ist keine Protagonistin, die ich sofort ins Herz schloss. Das liegt zum Einen daran, dass sie wirklich schwer zu durchschauen und überhaupt ein ziemlich verschlossenes Rätsel ist, doch trotzdem hat sie mich mit ihrer taffen, verrückten und auf ihre Weise besonderen Art schnell mitgerissen.

Ein “ziemlich verschlossenes Rätsel” ist die Geschichte zu Beginn auch und der Durchblick kommt erst nach und nach. So schreibt Mim während der Geschichte zum Beispiel immer wieder Briefe an eine gewisse Isabel, doch wer sie ist und was es mit ihr auf sich hat, erfährt der Leser erst viele Kapitel später. Meine Stimmung wechselte immer wieder zwischen Verwirrung und Begeisterung, teils standen große Fragezeichen, teils Sternchen in meinen Augen. Was Mim auf ihrer Reise alles erlebt und wem sie begegnet, kann der Leser gar nicht ahnen, doch tatsächlich passiert so einiges. Mim begegnet allerhand unterschiedlicher Personen, die sie alle ein Stückchen prägen und sie zu einem anderen Menschen machen, als sie schließlich den Trip beendet. So werden während der Geschichte einige schwierige Themen angeschnitten, dessen Lösungen für mich teilweise ziemlich sinnfrei wirkten. Hier war mir das Buch wirklich zu verrückt, zu komisch.DSC_0111

Noch eine Sache, die ich ansprechen wollte: Zu Beginn der Geschichte kann Mim verständlicher Weise an nichts anderes mehr denken, als an ihre Mutter und die mysteriöse Krankheit. Im Laufe der Geschichte hat sich dieser Punkt für mich etwas verloren, nun wirkte er mehr wie der entscheidene Anstoß, um sich neu zu entdecken, dem Elternhaus zu entfliehen und etwas zu erleben.

Auch von der Sprache ist das Buch nicht unbedingt einfach und bestimmt nicht jedermanns Sache, da man nicht einfach so schnell in die Geschichte springen kann und – anders als der Klappentext es vielleicht vermuten lässt- Auf und Davon nicht unbedingt ein Buch zum Abschalten ist, trotzdem hat der Schreibstil zum Inhalt gepasst und sich wunderbar in mein Gesamtbild des Buches eingefügt.

absch

Ziemlich skurril, komisch und besonders! Zwar trifft Auf und Davon sicherlich nicht  jeden Geschmack, doch mich hat die außergewöhnliche Geschichte definitiv mitgerissen. Trotzdem gab es ein paar Punkte, bei denen ich stutzig wurde. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht und teilweise eine andere Lösung. Warum wird eine behinderte Person zum Tierarzt gefahren, wenn doch noch andere Krankenhäuser geöffnet haben könnten? Auf und Davon ist definitiv besonders und man sollte sich auf einen Roadtrip einstellen, der wirklich außergewöhnlich wird. So kann die Geschichte sicherlich einige glücklich machen! 😉

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Heyne fliegt // 384 S. // 14,99€

Solche besonderen Geschichten packen zwar nicht jeden, doch wenn sie es tun, dann oft besonders stark! Mögt ihr solche Bücher?

eurelenaa

5 thoughts on “Auf und Davon — Ein literarischer Roadmovie?!

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