{ Herbstgeflüster } “Das Licht der letzten Tage”, “Zwanzig Zeilen Liebe” und “Die Stille nach Nina Simone”.

dddHey ihr lieben Bücherwürmer,

heute stelle ich euch 3 Bücher vor, die eher ruhiger sind…

Doch wir wissen schließlich alle:

Stille Wasser sind tief! 😉


Heute geht es um “Das Licht der letzten Tage”, “Zwanzig Zeilen Liebe” und “Die Stille nach Nina Simone”!

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Ich wünsche euch viel Spaß bei diesen nachdenklichen Büchern!

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Arthur Leander stirbt ohne Vorwarnung bei einer Theateraufführung. Noch vor kurzem hatte er sich noch gut gefühlt, doch plötzlich änderte sich das schlagartig. Sein Tod ist allerdings nur der Anfang. Wenige Tage später bricht auf der Erde eine Seuche namens “Georgische Grippe” aus, die nur ein Bruchteil der Menschheit überlebt. Alle anderen sterben wie Fliegen hinweg, da es nur einen kurzen Kontakt braucht, um sich zu infizieren. Nirgendwo ist es mehr sicher und die Menschheit muss dem Tod ins Auge blicken.

20 Jahre nach dem Beginn dieser Krankheit reist Kirsten mit der Symphonie umher, um den wenigen Überlebenden Shakespeare vorzuspielen. Doch als sich dann der Prophet immer mehr in den Vordergrund drängt, kommt eine neue Gefahr auf…

UntitledDas Licht der letzten Tage lässt sich mit sehr wenigen Dystopien vergleichen, selten habe ich eine solche Geschichte gelesen. Alles “Normale”, was man aus den typischen Jugenddystopien kennt, wurde hier beiseite geschoben und durch neue Elemente ersetzt. Der Fokus liegt hier keinesfalls nur auf der Seuche, sondern es geht viel mehr um die einzelnen Personen selbst. Dialoge werden detailliert beschrieben, Charaktere werden ausführlich erklärt und typische Szenen des Aussterbens, wie man es von den Dystopien kennt und erwarten würde, kommen hier selten vor. Das Licht der letzten Tage hält sich an kein Schema und faszinierte mich dadurch unheimlich.

Hoffnungsvoll düster.
Schrecklich zart.
Tragisch schön.

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Das Buch beginnt mit dem Tod eines berühmten Schauspielers. Zwar wird schon zu diesem Zeitpunkt angedeutet, dass bald etwas Erschreckendes passiert, doch noch ist die Welt normal. Schon 15 Seiten später bricht die Georgische Grippe aus und verbreitet sich rasend schnell um den Globus. Diese Epidemie sorgt für unglaublich viele Tote. Doch lange wird uns von dieser Welt in der Form nicht erzählt, sondern ungefähr auf Seite 50 macht das Buch einen großen Zeitsprung. Wir befinden uns nun in der Zukunft, 20 Jahre später, und begleiten die nun erwachsene Kirsten mit der Symphonie. In Rückblicken wird von den Ereignissen der letzten Jahre erzählt und so wird sich mit Gegenwart und Vergangenheit immer wieder abwechselnd beschäftigt. Während der Geschichte macht das Buch einige Sprünge, insgesamt ist es in ca. 8 Abschnitte eingeteilt, wo verschiedene Personen, die doch irgendwie zusammenhängen, ihr Leben beschreiben.

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Der Anfang fesselte mich gleich und ich wurde wirklich positiv überrascht, im Mittelteil gab es hingegen einige Stellen, die ich als sehr langatmig empfunden habe. Es ging nicht vorwärts, sondern ein und die selbe Situation wurde pausenlos beschrieben, teilweise hatte ich auch das Gefühl, mit den Charakteren und der Situation keine Fortschritte zu machen, sondern nur auf der Stelle zu treten. Die wenigen Erlebnisse sorgten dafür, dass ich in der Mitte nicht immer aufmerksam las und vorallem nicht immer die Lust hatte, weiterzulesen. Zum Ende hingegen machte das Buch wieder eine Kurve nach oben und es wurde eindeutig spannender und fesselnder.

Die Charaktere waren alle sehr verschieden, doch ihre Gefühle und Gedanken wurden sehr detailliert beschrieben, sodass man sich ein gutes Bild von den Personen machen konnte. Ich habe sehr schnell Zugang zu den meisten Charakteren gefunden, die Dialoge und allgemein das Zwischenmenschliche machen auch einen großen Teil der Geschichte aus.

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Das Licht der letzten Tage ist eine ganz besondere Dystopie mit einzigartigen Elementen und einer eindringlichen, erschreckenden Idee. Wer hier allerdings einen fesselnden Pageturner sucht, ist hiermit vielleicht nicht ganz so gut bedient… Untitled

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Stella ist Krankenschwester und mit Herz und Seele bei ihrem Job dabei. Um ihren Patienten den letzten Wunsch noch einmal zu ermöglichen, schreibt sie Briefe. Abschiedsbriefe. Sie schreibt die Worte derjenigen auf, die im Sterben liegen und schickt die Briefe dann an Verwandte, Freunde, die erste Liebe oder den heimlichen Schwarm. Als Stella dann von einem ganz besonderen Brief erfährt, lassen sie die Worte dessen einfach nicht mehr los und und Stella ist sich sicher, dass sie eingreifen muss. Doch vielleicht muss man den Job auch einmal in den Hintergrund stellen und sich dem Privaten widmen. Dort sieht es nach einem schrecklichen Vorfall nicht mehr rosig aus…

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Von Rowan Coleman habe ich bereits “Einfach unvergesslich” gelesen. Ein Buch, was mich unheimlich berührt hat und fesseln konnte. Ich habe diese Geschichte geliebt und mich sehr gefreut, als auch “Zwanzig Zeilen Liebe” in meinem Postfach landete. Viel zu lange habe ich das Lesen vor mir hingeschoben. Ich wollte mir für dieses zweifellos ganz besondere Werk Zeit lassen und den richtigen Moment abpassen. Irgenwann griff ich dann zu der hübschen Lektüre und ich merkte gleich, dass Rowan Coleman auch hier gewohnt berührend schreibt und “Zwanzig Zeilen Liebe” zu gleich sehr spannend ist.

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Stella ist eine sehr sympathische Charakterin, die sich unheimlich bemüht, sowohl im Job, als auch in ihrer Ehe. Doch dort gibt es momentan einige Probleme und auch bei ihrer Arbeit lässt sie ein besonderes Thema nicht mehr los! Während der Geschichte begleiten wir 3 Personen eine Woche entlang: Einmal ist das Stella, dann Hugh und die junge Hope. Stella und Hope wuchsen mir ganz schnell ans Herz, mit Hugh wurde ich nicht gleich warm, doch nach einiger Zeit wurde auch er mir sympathischer. Zu Beginn gab es noch einen Charakter, den ich ganz schnell in mein Herz geschlossen habe und ich fand es unheimlich schade, dass diese Charakterin nur einen recht kurzen Teil im Buch bekommt.

“Zwanzig Zeilen Liebe” ist berührend und ich habe mir nicht nur einmal die Tränen aus den Augen blinzeln müssen. Das Buch ist unheimlich bewegend und packt trotzdem total. Ich habe die Geschichte schnell verschlungen, das Lesen genossen und war sehr gefesselt. Rowan Coleman kann toll schreiben und dank ihres Schreibstils kann man leicht in ihre Werke eintauchen. Untitled

“Zwanzig Zeilen Liebe” hat mich selbst sehr berührt und bewegt. Eine einfühlsame Geschichte zum Nachdenken, Schmunzeln, Weinen und Spaß haben – und natürlich besonders zum Mitfühlen und Mitfiebern!

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Simon sitzt im Zug und schreibt Briefe an Nina Simone, die Person, die alles verändert und entscheidend beeinflusst hat. Er schreibt seine Gedanken auf und versucht, diese zu ordnen, da in den letzten Wochen Simons Leben auf den Kopf gestellt wurde. Simons Mutter ist verschwunden, Simons Vater nicht mehr bei ihm. Alles hängt mit den verbotenen Geschehnissen im Elternschlafzimmer zusammen, die von der Musik Nina Simones überdeckt wurden. Niemand will Simon seine Fragen beantworten. Doch die Vergangenheit will nicht ruhen.

Untitled“Die Stille nach Nina Simone” ist ein sehr dünnes Buch und da die Bücher aus dem Mixtvision Verlag oft sehr besonders sind und der Inhalt wirklich spannend und interessant klang, habe ich mich sehr auf diese Geschichte gefreut. Als ich in das Buch zum ersten Mal reinschnupperte, stach mir gleich der besondere Schreibstil ins Auge. Dieser war sehr ungewohnt und wirkt auf den ersten Blick abgehackt und da ich zu diesem Zeitpunkt keine Lust auf “Durchhalten” hatte, aber merkte, dass es Zeit braucht, um in das Buch abzutauchen, legte ich die Geschichte erst einmal bei Seite und griff einige Tage später wieder dazu.

Ob ich diese Lüge jemals geglaubt hätte?
Habe ich nicht.
Ich habe gehofft, dass sie wahr wäre.
Ich weiß nicht, was ich glauben soll.
Ich weiß nicht, was ich weiß.

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Für “Die Stille nach Nina Simone” muss man sich trotz niedriger Seitenzahl Zeit lassen, um sich an erster Stelle an den besonderen Schreibstil zu gewöhnen. Der Autor schreibt sehr kurze Sätze, die teils nur aus 1 oder 2 Wörtern bestehen. Manchmal fehlt der Zusammenhang und das Geschriebene wirkt wirr, doch man muss sich in Erinnerung rufen, dass es einfach die ungeschönten Gedanken des Jungen sind.

Simon schreibt in diesem Werk seine Gedanken und Gefühle auf, doch Zugang habe ich zu ihm nur selten gefunden. Da man sich nicht gleich in die Geschichte fallen lassen kann und öfters aus der Bahn geworfen wird, konnte ich mich nicht immer nur auf den Protagonistin konzentrieren und dieser hat zwar seine bewegende Geschichte erzählt, doch wirklich warm geworden bin ich mit ihm nicht.

Das dünne Buch regt definitiv zum Nachdenken an und behandelt ein Thema, das zwar erschreckend ist, doch es gibt noch viel zu wenige Jugendbücher darüber. Während dem Lesen gerät man in eine nachdenkliche Stimmung und ich schüttelte oft den Kopf über die Situation.

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“Die Stille nach Nina Simone” ist eine nachdenkliche Geschichte mit ernsten Tönen und einem Thema, mit dem man sich definitiv öfters beschäftigen sollte. Leider konnte der Schreibstil mich nicht wirklich fesseln und auch Simon war mir nicht gleich sympathisch. Besonders ist diese Geschichte allerdings definitiv!UntitledUntitled


 

Im Herbst gehören für mich ruhige Bücher mit ernsten Tönen dazu. Während im Sommer die ganzen Unterhaltungsromane an die Reihe kommen, wechselt zum Winter hin die Stimmung…

eurelenaa

3 thoughts on “{ Herbstgeflüster } “Das Licht der letzten Tage”, “Zwanzig Zeilen Liebe” und “Die Stille nach Nina Simone”.

  1. Ich lese gerade “Einfach unvergesslich” von Rowan Coleman und bin jetzt schon total begeistert! Darum kann ich deine Meinung zu “Zwanzig Zeilen Liebe” sehr gut verstehen! Rowan Coleman schreibt echt gut.

    Schade, dass die anderen Bücher nicht so deins war. Da fällt mir ein: Ich sollte mal wieder eine Dystopie lesen ^^. Richtig schöne Rezis!

  2. Liebe Lena

    Mir gefallen deine Bücher sehr. Du hast einen guten Geschmack. Das Licht der letzten Tage möchte ich auch noch lesen. Du fandest es ja nicht so toll. Hmmm ….. irgendwann werd ich es mal versuchen. Rowan Colmans Bücher möchte ich auch noch lesen. Hab sie schon daheim.

    Liebe Grüße, Gisela

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