ZEITMANAGEMENT, PARIS UND VERLORENE KÄMPFE || #ausdembloggerleben

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Wenn die Worte fehlen, die Sprache versagt, was bleibt dann noch?

Wohl alleine die Wahrheit,oder?


Zeit.

Ein verlorener Kampf.

Bei dem wir, bevor wir überhaupt angefangen haben, uns zu wehren, schon wissen, dass die Schlacht verloren ist.

Aussichtslos.

Und da stehen wir nun. Verloren, trübselig, fassungslos. Und merken gar nicht, dass die Zeit schon wieder rennt. Davon rennt, egal wie sehr wir die Hände ausstrecken. Unwichtig, wie sehr wir uns bemühen, diesen einen Kampf zu gewinnen, sie rinnt uns wieder und wieder durch die Finger. Noch eine Minute vergeht, dann noch eine und du siehst dich einem Gegner gegenüber, der stärker ist,als wir es je werden werden. Und du blickst herunter, betrachtest das kleine Geschöpf bestehend aus Batterie, Hülle und ohne Geist. Wecker 1 Punkt, Mensch 0. Sorry.


Manchmal wünsche ich mir, der Tag hätte 30 Stunden. Ach was, nehmen wir gleich 34. Schließlich gibt es immer etwas zu tun. Wie gerne würde ich einmal den ganzen Tag nur schreiben, mich pausenlos mit Freunden treffen, ohne Stress Stunden im Stall verbringen, die Querflöte nehmen und dann zwei Stunden am Stück spielen. Wie gerne würde ich was Neues ausprobieren. Alles tun, was die Welt zu bieten hat. In die Karibik reisen, einfach weil ich’s kann. Und die Sonne auf meinen Bauch scheinen lassen und Stunden am Strand liegen. Einfach mal machen, und nicht denken. Und im gleichen Atemzug denke ich wieder, dass das Erledigen von anderen Sachen aber auch wichtig ist. Ist Zeit mein Feind? Hat sie sich gegen mich verschworen? Oder sind wir in Wirklichkeit doch enge Freunde und ich benutze diese 4 Buchstaben nur als Ausrede? Um Jemanden zu haben, auf den ich die Schuld schieben kann?

Wer etwas auf die fehlende Zeit schiebt, hat gerade keine Motivation, sich mit dem Anstehenden wirklich zu befassen. Ich hatte in der letzten Woche keine Zeit zu bloggen. Und ich bin ganz ehrlich, ich habe auch nicht den Drang verspürt, euch weiter fröhlich über Bücher zu berichten. Erstmal mussten die Gedanken geordnet werden. Paris. Terror. Paris. Terror. Noch einmal Hausaufgaben. Wieder Paris. Terror. Paris. Und was ist mit dem Rest der Welt?

Niemand kann behaupten, dass der Vorfall in Paris keine Auswirkungen auf einen selbst hatte. Ich habe viel nachgedacht, abends im Bett gegrübelt, mich mit anderen ausgetauscht und dennoch nie die richtigen Worte gefunden, die das ausdrücken, was ich bei dem Stichwort #prayforparis fühle. Sag’ doch gleich #prayfortheworld, werden einige Stimmen nun sagen. Dann kommt Mali. Ein abgesagtes Fußballspiel. Und die Gedanken in meinem Kopf wirbeln immer schneller und schneller. Ich bin immer noch fassungslos. Die perfekte Ausrede, um das Geschehene nicht weiter zu beschreiben, nicht wahr? Aber wie soll man die Gefühle der Personen in Paris denn in Worte fassen, wenn wir nicht mal unseren Gefühlszustand in Deutschland einig beschreiben können?

Im gleichen Atemzug lese ich auf Facebook von Leuten, die sich darüber ärgern, dass ihr Buch anscheinend nicht ganz perfekt ist. Ellenlange Diskussionen über Dinge, die doch absolut unwichtig sind. Verkehrte Welt, denke ich.

Ich weiß, dieser Post kommt spät. Und vermutlich haben alle, die sich darüber im Internet äußern wollten, schon längst einen Beitrag geschrieben. Aber trotzdem wollte ich euch erläutern, weshalb die letzte Woche kein Post kam. Keine Sorge, neben meinem Bett liegt schon wieder ein hoher Bücherstapel und ich lese wieder fleißig. Doch manchmal müssen solche Dinge dann doch hinten anstehen. Wie mein Lateinlehrer uns am Montagmorgen erzählte, als er den Vokabeltest absagte: “Während uns die Gedanken an Paris alle noch so beschäftigen, wie soll man sich dann auf Vokabeln konzentrieren?”

Manchmal steht der Alltag doch hinten an.


Stille.

Zwischendrin hört man ein Herz pochen.

“Was denkst du?”, scheint es zu fragen.

Stille.

Das denk’ ich!


Untitled

 

 

10 thoughts on “ZEITMANAGEMENT, PARIS UND VERLORENE KÄMPFE || #ausdembloggerleben

  1. Ein wirklich schöner Post und ich kann absolut nachvollziehen, was du meinst 🙂
    Ja, es ist schlimm was da passiert ist und du hast recht, dass man immer alles auf die Zeit schieben will.
    Tut das nicht jeder irgendwie?
    Weil wir nicht direkt betroffen sind erleben wir es leider auch anders und ich denke richtig realisieren tut man es erst, wenn es einen wirklich im eigenen Ort oder knapp daneben trifft. Ich meine jeder weiß was passiert ist und es ist absolut falsch und kommt einem aber auch unwirklich vor. Und das finde ich so komisch und gleichzeitig bin ich auch eine von denen, die sich denkt: Das ist eine von vielen Situationen auf der Welt.
    Warum auch immer Menschen so handeln, ich finde es schön, dass du deine Gedanken aufgeschrieben hast.
    Nadine♥

  2. Hallo liebe Lena,

    wow, ein wahnsinnig guter Artikel! Super geschrieben und ich mag deinen Stil einfach immer gerne.
    Und du hast so recht, in solchen Momenten ist das alles so unwichtig.

    Deine Gedanken über das Zeitmanagement haben mir total gut gefallen – genauso geht es mir auch!

    Ein wirklich toller Post! <3

    Alles Liebe, deine Hannah <3

  3. Du hast wirklich eine einmalige Gabe, das was gedacht wird in Worte zu fassen… Ich bin echt ziemlich geflachst von deinem Post, weil er prinzipiell irgendwie so “Unlenahaft” ist, aber du triffst die Aussage einfach zu 100%. Schön, dass du uns an deinen Gedanken teilhaben lässt <3
    Alles Liebe!

  4. Liebe Lena

    die Zeit ist nicht unser Feind – sie ist ein Geschenk. Sie bietet uns die Möglichkeit, jede einzelne Sekunde zu nutzen um Gutes zu tun, um zu sein, um zu leben, uns nicht unterkriegen zu lassen von den vielen negativen Dingen die auf unserem Planeten stattfinden.

    Es ist schrecklich was auf unserer Welt geschieht. Aber wer wären wir, würden wir den negativen Dingen die Macht geben, den Menschen, die solch schreckliche Dinge tun zeigen, das wir Angst vor ihnen haben… Lass uns jede Sekunde nutzen um diesen Menschen, nein Wesen zu zeigen, dass sie uns nicht zerstören können, das wir weiterhin an das Gute im Menschen glauben und niemals aufgeben werden.

    liebe Grüße
    Sandra

  5. Hallo liebe Lena,
    ich denke dieses Thema hat viele Menschen erschüttert. Jeder hat jedoch seine eigene Art damit um zu gehen und ich denke die sollten wir respektieren. Wenn jemand also sein Buch nicht für gut befindet, oder sich über das schlechte Wetter beschwert (mal ganz dramatisch) so darf er das tun. Andersrum verstehe ich auch alle Menschen die in eine Starre verfallen sind, denn jeder geht damit anders rum.
    Ich habe bei vielen bei einigen Social Seiten gesehen das sie ihr Bild in eine Frankreich Flagge getaucht haben um ihr Mitgefühl aus zu drücken, das ist ok. Ich habe Interviews im Radio gehört wo Menschen von ihren Gedanken berichtet haben ob sie ihren Alltag so weiter führen sollen einige haben sich dafür, einige dagegen entschieden. Ich glaube das es in der Situation kein richtig und kein falsch gibt.
    Mich erschüttert täglich was Menschen sich gegenseitig antun in jeglicher Weise der Gewalt, in jeder Form des Schmerzes. Doch ohne Toleranz anderen Lebewesen gegenüber wird das wohl ewig so weiter gehen….
    Ganz liebe Grüße
    schöner Beitrag
    Romi

  6. Hey Lena,
    toller Beitrag. Auch mich haben die Ereignise beschäftigt. Konnte mich auf kein Buch konzentrieren, viel zu viele Gedanken im Kopf .
    liebe grüße
    Tanja

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