{BLOG & TALK MIT LENA} WAS IST MIT DER PRIVATSPHÄRE PASSIERT?

internetundsoMeine Blogreihe hat endlich einen Namen bekommen!

Zwar etwas unkreativ, aber unter der Bezeichnung “Blog & Talk mit Lena” werde ich nun meine Beiträge über das Internet und die Bloggerwelt veröffentlichen.

Heute wird es um soziale Netzwerke und den Umgang mit ihnen gehen…

Viel Spaß! 🙂

Bevor ich starte, will ich hier noch einmal anmerken, dass ich damit nicht unsere tolle Bücherwelt meine, in der alle wirklich freundlich und aufmerksam sind! 🙂 

Ich bin Bloggerin, nutze die Medien wahrscheinlich mehr als eine durchschnittliche 14-Jährige, bin auf Instagram und Facebook aktiv – und sage doch, dass irgendetwas falsch gelaufen ist. Immer online, nie ohne Handy – ist es das, was wir wollen? Ich bin kein Arzt oder Psychologe, würde aber sagen, dass wir Jugendlichen regelrecht süchtig nach der Onlinewelt sind. Und das macht mir Angst. Wenn ich mir anschaue, was alles auf den sozialen Netzwerken veröffentlicht wird, stehen meine Haare zu Berge. Übertrieben? Vielleicht. Doch das Wort Privatsphäre hat heute eindeutig an Wert verloren. Muss ich wirklich posten, dass ich mir jetzt ‘die Nase pudern’ gehe? Dass der Wocheneinkauf gleich ansteht? Morgen meine Verwandschaft eintrudelt und ich dringend noch einmal putzen sollte? Warum, frage ich mich.

Wahre Glücksmomente lassen sich nicht auf dem Smartphone einfangen – und trotzdem ist das Handy überall dabei. Ich will hier gar nicht von der Handystrahlung anfangen und deren Auswirkungen während dem “Handy-in-der-Hosentasche-tragen”; aber ich frage mich, wann wir so unvorsichtig geworden sind. So sehr auf die Welt online versessen geworden sind und noch während dem Einschlafen daran denken, was morgen gepostet wird – und dabei fast das reale Leben vergessen.

Ich war nie ein großer Fan von sozialen Medien, musste nie als Erste bei dem neusten Netzwerk angemeldet sein, wollte nie so werden, wie die Anderen. Als ich klein war, schaute ich oft zu den Jugendlichen aus der Nachbar-Schule und schwor mir, nie vom Handy so abgelenkt zu werden, wie sie. So sehr, dass man die Umwelt nicht mehr wahrnimmt und die wichtigen Momente verliert, vergisst. Denn das Leben hinter deinem Avatar ist so zerbrechlich, blass, wie ein Leben online eben nur sein kann.


 

Immer öfter fällt mir dann auf, dass die Jugendlichen online kein Rückgrat haben. 76,8% unserer Gesellschaft verbringt Zeit im Internet. Viele von den Nutzern sind Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, die immer mehr Zeit online verbringen. Instagram, Twitter oder Facebook – oder gleich alles? Die meisten der jungen Nutzer laufen den Trends eifrig nach und schließen sich den großen Gruppen an – ja, Gruppenzwang gibt es auch online, believe me! -, allerdings ohne wirklich selbst von der aktuellen Richtung überzeugt zu sein. Ich rede nicht von allen, aber von ins Auge stechenden Gruppen, die es anscheinend darauf angelegt haben, Unruhe zu stiften.

Es ist viel einfacher, ein böses Wort über WhatsApp zu schreiben, als es dem Gegenüber ins Gesicht zu sagen. Ich habe absolut kein Problem damit, wenn mir jemand sagt, wenn er etwas auszusetzen hat. Aber schreiben?  Zeugt nicht gerade das von der großen Schwäche des Anderen? Muss ich mir dann das zu Herzen nehmen, was er kritisiert? Wenn er mich selbst im wahren Leben falsch anlächelt und mir später eröffnet, was er für Probleme hat? Entschuldige, aber das sehe ich nicht ein. Ich debattiere gerne, wirklich gerne, bin immer offen für neue Vorschläge und Verbesserungen, will aber sehen, wer der Mensch hinter der Kritik ist. Wie er denkt, wie er spricht, ihn versuchen einzuordnen. Online gibt es das nicht. Selten lese ich von hochwertigen Diskussionen – denn sind wir ehrlich, ein ‘geht mir doch am a* vorbei‘ findet sich immer…

Wo ist das “Leben und leben lassen” geblieben? Wo ist die eigene Meinung? Eigentlich weiß ich schon, bevor ich eine Seite öffne, was darunter geschrieben ist. Ich habe das Gefühl, dass ich online nur noch in einer Welt umgeben von kleinen Marionetten leben, willenlos und blass, die gar nicht wissen, wie sehr Worte verletzen können. Wie sehr IHRE Worte verletzen. Und im echten Leben, in der realen Welt ist plötzlich alles still. Sich hinter dem selbstbewussten Avatar zu verstecken ist schließlich einfacher! Ich weiß nicht, wo wir hier gelandet sind. Ich liebe das Internet, den Austausch und überhaupt meine kleine Welt hier auf meinem Blog. Und natürlich meine tolle – hach, ich liebe dieses aktuelle Wort 😉 – Community. Aber außerhalb bin ich nicht mehr zu Hause. Ich will keine Altersbeschränkung im Internet, ich wünsche mir einen Reifetest.

Es ist schwer, in so einer Welt erwachsen zu werden. Sich selbst zu finden und seinen Weg zu gehen. Inmitten einer riesigen Menschenmasse, die eigentlich nur online ist und doch einen unvorstellbaren Druck ausübt, seinen Pfad einzuschlagen und den Rest an sich abprallen zu lassen. Obwohl ich das nicht objektiv beurteilen kann, würde ich sogar sagen, schwerer als damals. Das Internet ist falsch – in jeder Hinsicht. Ich bin für einen Waffenschein der Worte, bin dafür, dass es wieder freundlicher wird, und dass wir den Hass hinter uns lassen. Haben wir nicht schon genug Probleme?

Ich liebe dich, oh Internet, doch manchmal will ich dich auch verfluchen. Oder macht gerade das die Liebe aus?

Fragen über Fragen. Zum Glück habe ich noch viel Zeit, meine Antwort zu finden und weiter meinen Weg zu suchen. Im Internet und in der realen Welt. Fußstapfen habe ich in den letzten 14 Jahren schon hinterlassen! Und ich habe noch weitere Zeit, oder?

eurelenaa

11 thoughts on “{BLOG & TALK MIT LENA} WAS IST MIT DER PRIVATSPHÄRE PASSIERT?

  1. Wow, ist der Text gut geworden! Der ist hammer 😉 Aber es stimmt: Unter vielen Posts, Videos … gibt es Shitstorms – aber etwas gegenteiliges nicht. Wenn jeder unter seinem echten Namen im Internet unterwegs wäre, gäbe es das nicht und wenn – dann müssen die Leute echt überzeugt von ihrer Meinung sein. Denn der Gruppenzwang ist auch Meinungszwang. Nach dem Motto: “Oh wow! Mein Lieblingsstar findet das blöd – ich auch!”

  2. Wow Lena., toller Text. Richtig gut geschrieben, Respekt 🙂
    Kann dir leider nur zustimmen. Wie oft Sitze ich mit Leuten zusammen und alle haben ihr Handy in der Hand, man könnte ja was verpassen, vermutlich bin ich altmodisch, aber ich finde es unhöflich…. Und traurig, es gibt so viele kleine schöne Momente und sie sehen sie nicht, weil sie nur auf display starren…
    Liebe Grüße
    Tanja

  3. Hallo meine liebe Lena,

    ein wahnsinnig toller Text und wunderschön geschrieben! 🙂 <3
    Mir geht es sehr ähnlich wie dir. Ich finde es auch so schade, traurig und es macht mich wütend, dass es soviel Hass im Netz gibt. Böse Worte im Internet finde ich auch immer feige – diese Leute würden einem die Kritik nie ins Gesicht sagen.

    Ganz liebe Grüße und Dir noch einen schönen Abend,
    deine Hannah
    <3

  4. Hallo Lena 🙂

    Du sprichst da gleich mehrere wichtige Sachen an. Ich hatte bis vor kurzem noch beim uuuuuuraltes Nokia 3310 – war deshalb nie online und es hat mir auch nicht gefehlt. Als ich schlussendlich dann doch auf Smartphone umgestiegen bin, habe ich an mir selbst bemerkt, wie schnell sich mein Nutzerverhalten geändert hat: Immer wieder checkt man FB-Nachrichten, googelt Dinge, die man früher einfach im Lexikon nachgeschlagen hätte, etc… Ich habe mich da einfach ganz ganz bewusst an der Nase genommen – mein Handy ist in der Arbeit ausgeschaltet, in der Uni sowieso – und für unterwegs habe ich immer ein Buch dabei (ich weigere mich einfach, irgendwann zu den Handy-Zombies zu gehören, die man im Bus und auf Parkbänken sieht: keiner redet miteinander und alles und jeder starrt nur auf das Phone vor sich.).

    Was die Inhalte angeht: Ich beschränke mich da mittlerweile wirklich auf book content. Meine Privatsphäre gehört mir. Was ich koche, anhabe, ob ich eine Katze habe und die gerade Durchfall hat – all das muss keiner wissen und Menschen, die das Bedürfnis haben wirklich alles mit der Welt zu teilen, halte ich nicht nur für sehr unvernünftig (das Internet vergisst schließlich nichts), – das Gespamme geht mir auch manchmal wirklich auf den Keks. Sind das so einsame Menschen? Muss mit den hunderttausend Tweets irgendwas kompensiert werden? Keine Ahnung. Aber ich hoffe wirklich, dass das Nutzerverhalten der Leute im WWW wieder etwas moderater und vernünftiger wird.

    Was meinen Blog betrifft: Ich nutze mittlerweile FB, Twitter, Instagram – und auf allen Kanälen erreiche ich unterschiedliche Menschen und durfte ich wundervolle Buchmenschen kennenlernen. Wenn richtig und bewusst eingesetzt, ist Social Media einfach grenzgenial.

    Aber genau wie du sagst: Nichts ist ein Segen, was nicht auch ein Fluch sein könnte und umgekehrt.
    Ein sehr schöner Beitrag der zum Nachdenken anregt! 🙂

    LG, Nana ♥

  5. Hey Lena,

    wirklich ein interessanter Beitrag. Du sprichst mir jedenfalls aus der Seele^.^Sicherlich, auch ich bin viel im Internet unterwegs, als Blogger ist das unvermeidlich, allerdings habe ich mich gegen soziale Netzwerke entschieden. Klar, es wäre cool, darüber noch andere Buchbegeisterte kennenzulernen, aber von meinen Eltern habe ich doch ein ziemliches Misstrauen den Onlinenetzwerken “anerzogen” bekommen. Früher hab ich zwar geflucht, weil mein Vater mir nicht erlaubt hat, mich bei facebook anzumelden, mittlerweile bin ich aber froh drüber und naja, vermisse es auch nicht^.^ Manche teilen dort halt wirklich alles und verbringen so viel Zeit online, das ihr reales Leben nahezu in Vergessenheit gerät. Ich finds auf ne gewisse Art und Weise auch gefährlich-irgendwie ist es ja auch eine Sucht.

    LG
    Anne

  6. Wow, Lena! Ich habe endlich hier auf diesem Blog Leute gefunden, mit denen man z.B. auch über so etwas diskutieren kann. Ich bin 12 Jahre alt, schreibe gerade ein Buch, habe sehr gute Noten (das soll in keiner Weise überheblich klingen) und bin mir ziemlich sicher, meine Berufung gefunden zu haben: Das Schreiben.
    Und über genau SOLCHE Themen will ich auch schreiben. Später, wenn ich Mitte 20 Jahre alt bin, wird die ganze Internetwelt ganz bestimmt ausgeatet sein, und dann will ich darüber schreiben, dass es schon immer so war. Meinungsfreiheiten? Gibt es die überhaupt noch?
    Ich, mit meinen 12 Jahren, habe manchmal das Gefühl, in einer Generation frühreifer Schwachköpfe zu leben.
    Klar, es gibt auch Mädchen/Jungs wie ich, die sich selber eine Meinung zu allem bilden wollen und nicht die Eindrücke der anderen kopieren wollen, aber wenn ich mich so umsehe, sehe ich fast nirgendwo einen noch so kleinen Hoffnungsschimmer, und das macht mich unendlich traurig.
    Ich kann nur in die Welt der Bücher flüchten, weg von der harten Realität unserer Generation. Weg von dem Hass. Ich hoffe, dass sich meine Meinung über die Online-Generation noch ändern wird.
    LG, Jule

    1. Liebe Jule,
      ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut – und ich bin gespannt auf deine Texte! Hast du einen eigenen Blog? Behalte den Kopf oben und betrachte die schönen Dinge in der Welt 😉
      Liebe Grüße
      Lena

  7. Wow Lena!
    Das ist ein wahnsinnig toller und inspirierender Text. Du triffst meiner Meinung nach mal wieder mitten ins Schwarze. Klar ich liebe, wie wahrscheinlich alle, die das lesen unsere Büchercommunity und würde sie nicht wieder verlassen wollen. Trotzdem ist es schrecklich, wie das Internet unser wahres Leben in den Hintergrund stellt. Teilweise habe ich das Gefühl, dass wir gar nicht mehr merken, wie wir in einer parallel Welt schweben, unser Umfeld nicht mehr wahrnehmen, …

    Anfangs fand ich es nervig, dass an meiner Schule das Handyverbot eingeführt wurde, ich konnte meiner Mum nicht mal schnell schreiben, dass ich nach der Schule zu einer Freundin gehe, oder dass ich noch schnell in die Stadt fahre und mir ein neues Buch oder irgendwas anderes kaufe, doch mittlerweile kann ich es voll und ganz nachvollziehen.
    Klar, jetzt versucht fast jeder heimlich im Unterricht, in den Pausen auf den Toiletten oder irgendwo anders sein Handy herauszuholen, um auf Snapchat ein Bild zu posten oder die Whatsapp Nachrichten zu checken, doch es stehen keine Grüppchen mehr zusammen, die sich gegenseitig Nachrichten schicken, obwohl sie auch einfach reden könnten.
    Liebe Grüße
    Lillian

    1. Daaanke! <3
      An meiner Schule herrscht auch ein Handyverbot und wir kommen damit auch gut klar. Ich denke, da sollte sich jeder den Vormittag am Riemen reißen - nachmittags können sie ja wieder nach Belieben am Handy sitzen... 😀

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