REZENSION | “DIE UNTERIRDISCHE SONNE” – ÄHNLICH WIE “BUNKER DIARY”?

w

Ein Keller.

5 eingesperrte Kinder.

Eine aussichtslose Lage.

Untitled

Eine Insel. Ein Haus. Ein Keller. Fünf Jugendliche, die mit Gewalt darin festgehalten werden. Kein Tageslicht. Und täglich wird einer von ihnen nach oben geholt. Doch niemand spricht über das, was dort geschieht. Denn wer spricht, stirbt, bekommen sie gesagt. Die Lage scheint aussichtlos, und Angst, Wut, Schmerz, Verzweiflung und Sehnsucht lassen die Jugendlichen beinahe verrückt werden. Doch nichts kann sie retten vor den schrecklichen Dingen, die geschehen. Bis ein neuer Junge zu ihnen gebracht wird, der nicht bereit ist, die Gewalt zu akzeptieren.” (cbt)Untitledq

Schon auf der Rückseite der unterirdischen Sonne ist wie ein Warnschild “Ab 16” aufgedruckt, dieser Altersempfehlung stimme ich auch vollkommen zu. Normalerweise bin ich kein Vertreter von solchen Angaben, doch für dieses Buch braucht man ein gewisses Verständnis, das Buch legt den Fokus hauptsächlich auf die inneren Handlungen und weniger auf das äußere Geschehen und so muss der Leser viel selbst interpretieren. Etwas, das ich beim Lesen des Klappentextes nicht vermutet hätte.

5 Kinder/Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren werden in einem Keller gefangen gehalten. Von den Entführern oder von dem, was diese mit den Kindern machen, erfährt man nur wenig. Immer wieder gibt es nur sehr wage Andeutungen, das Wichtigste sind die Gedankengänge der Kinder. Dadurch dass die Kinder von ihrem Leben im Keller erzählten, wirkte das Geschehen sehr authentisch und ich habe mit den Protagonisten unheimlich mitgefühlt. Man merkt, wie leer und zerstört die Gefangenen sind, erfährt eindringlich, wie die psychische Lage der Kinder in der Gefangenschaft aussieht.

“Die unterirdische Sonne” ist definitiv eine grausame Geschichte, die nicht leicht zu verkraften ist. So authentisch und fühlbar wie die Lage der Kinder hier war, erlebt man sie selten. Das Buch ist außergewöhnlich, geprägt von Angst, Gewalt und negativen Gefühlen. Lichtblicke sind hier fast nicht aufzufinden. Obwohl nicht geschildert wird, wie die Kinder misshandelt werden, wird dem Leser alleine an der Art, wie die Kinder versuchen damit im Nachhinein umzugehen und dabei in Verzweiflung versinken, klar, wie schlimm die Lage ist.

Leider muss ich anmerken, dass mich das Geschehen nicht mitnehmen konnte. Ich hatte das Gefühl, nie wirklich abgeholt worden zu sein und wurde dementsprechend nicht von der Geschichte gefesselt. Da sich das Geschehen im Keller praktisch immer wieder wiederholt, hat sich das Buch sehr gezogen. Dass den Kindern viel Schreckliches passierte, ist natürlich offensichtlich, doch dem Leser wird dies eben nicht gezeigt.

Das Ende hat mir leider gar nicht gefallen, denn abgesehen davon, dass es absolut unglaubwürdig war, hat es vom Stil gar nicht zum Rest gepasst. Plötzlich wurde alles überstürzt, wo doch der Rest so gestreckt war. Untitled

“Die unterirdische Sonne” ist eine spezielle Geschichte mit interessanten Ansätzen, die mich aber nicht packen konnte. Untitled

Cbt / 9,99€ / 336 S.


Obwohl sich der Klappentext ähnlich wie der von “Bunker Diary “anhörte, muss ich nun sagen, dass sich die Geschichten fast gar nicht ähneln!

eurelenaa

 

 

 

One thought on “REZENSION | “DIE UNTERIRDISCHE SONNE” – ÄHNLICH WIE “BUNKER DIARY”?

  1. Klingt echt interessant, aber wenn du schreibst, du würdest es wirklich auch erst ab 16 empfehlen, weil man so viel zwischen den Zeilen lesen muss, wage ich mich da lieber nicht dran – ich check sowas meistens nie (bei der aktuellen Schullektüre haben ein paar gleich am Anfang gesagt: Das ist der Mörder; also ich hätte das erst ewig weit hinten kapiert… ^^)

    Liebe Grüße
    Mila

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.