EINE VERFOLGUNGSJAGD MITTEN DURCH DIE VERSCHNEITEN WÄLDER MICHIGANS – “SWEETGIRL” VON TRAVIS MULHAUSER

Eine toughe Sechzehnjährige…

Ein unterbelichteter Gangster…

Ein gerettetes Baby…

dtv Verlag // 256 S. // 14,90€

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„Es ist tiefster Winter im Norden von Michigan. Die 16-jährige Percy rettet ein vernachlässigtes und halb erfrorenes Baby aus dem Haus des Drogendealers Shelton, der ebenso unterbelichtet wie höchst gefährlich ist. Irgendwie muss sie es schaffen, das Baby in ein Krankenhaus zu bringen.

Es folgt eine dramatische Flucht durch Schneesturm und unwegsames Gelände, mit unberechenbaren Verfolgern und unvermuteten Verbündeten. Dank Sheltons genereller Unfähigkeit gibt es bei der Verfolgungsjagd, teils aus Versehen, tatsächlich ein paar Leichen. Und am Ende will natürlich niemand schuld sein.“ (Verlag)Untitled

Die letzten kalten Wintertage wollte ich noch einmal ausnutzen, um ein passendes Buch zu der Jahreszeit zu lesen. Da kam „Sweetgirl“ wie gerufen! Das Buch kam als Überraschung vom Verlag und ich war ziemlich überrascht, als ich den Klappentext las. Eine Geschichte um Drogen, vernachlässigte Kinder und Verfolgungsjagden wurde als „irrwitzig“ angepriesen. Das alles machte mich so neugierig, dass ich mit dem Lesen begann.

Anders als es der Klappentext vermuten lässt, ist das Buch nicht vorderrangig  eine dramatische, actionreiche Flucht. Die Geschichte hat seine Spannungshöhepunkte, lässt den Leser aber nicht atemlos zurück. Das braucht es auch gar nicht, denn „Sweetgirl“ lässt das Herz des Lesers nicht mit hohem Tempo, sondern mit erschreckenden Inhalten klopfen.

So ist „Sweetgirl“ die Geschichte der 16-jährigen Percy, die sich und ihre Mutter verpflegen muss und dabei längst schon die Schule abgebrochen hat, um Geld verdienen zu können. Ihre Mutter ist alkohol- und drogensüchtig und Percy ist daran gewöhnt, dass sie ab und an verschwindet. Als sie wieder einmal auf der Suche nach ihrer Mutter ist, findet sie im Haus des Drogendealers Shelton ein halb erfrorenes Baby, dem man ansieht, wie vernachlässigt es wurde. Percy kann nicht anders, sie nimmt das Baby mit und ist entschlossen, es ins Krankenhaus zu bringen. Doch es ist tiefster Winter in Michigan, draußen ist es bitterkalt und gerade wütet ein Schneesturm. Noch dazu sind Verfolger ihr dicht auf den Fersen…

Als Leser verfolgt man einmal Percy, die mit aller Kraft versucht, das Baby zu retten, aber auch den Drogendealer Shelton, der alles daran setzt, es zurückzubekommen, dabei aber mitten in einem Drogenrausch ist.

So bewegend die Situation eigentlich ist, sorgt die Situationskomik in diesem Buch durchaus dafür, den Leser ein paar Mal schmunzeln zu lassen. Gepaart mit Travis Mulhausers Schreibstil, der atmosphärisch ist und mich fast schon zittern ließ, so authentisch wirkten die Beschreibungen des verschneiten Michigans, bescherte mir die Geschichte einige interessante Lesestunden.

Für mich persönlich  hätten es gerne noch einige mehr Seiten sein können, denn an manchen Stellen, besonders zum Ende hin wurde die Geschichte für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt.http://lenaliest.de/wp-content/uploads/2015/09/Untitled5-1024x262.jpg

Ich bin begeistert von Mulhausers atmosphärischer Geschichte, die mich zittern ließ und mit ihrer Skurrilität so nicht alle Tage zu finden ist.

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eurelenaa

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