KURZREZENSIONEN: “WIE MAN DIE ZEIT ANHÄLT”, “NICHT WEG UND NICHT DA” & “LIEBER FEIND”

Hey ihr lieben Bücherwürmer,

heute stelle ich euch drei Bücher vor…

Die alle melancholische und herzerwärmende Töne beinhalten!

Königskinder // 416 S. // 18,99€

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“Ein Waisenhaus leiten? Sally McBride erklärt ihre beste Freundin Judy für komplett verrückt, als diese ihr die Leitung des John-Grier-Heims übertragen will. Hätte ihr Verlobter nicht schallend gelacht und damit ihren Ehrgeiz geweckt, Sally hätte niemals eingewilligt.

Plötzlich einhundert Kinder zu haben, ist keine leichte Aufgabe! Und die Zustände im Heim sind haarsträubend. Mit Verve geht Sally an die Arbeit, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch dabei macht sie sich nicht nur Freunde. Ihr liebster Feind allerdings ist und bleibt der betreuende Kinderarzt Dr. Robin MacRae.” (Verlag)http://lenaliest.de/wp-content/uploads/2015/09/Untitled4-1024x262.jpg

Lieber Feind ist die Fortsetzung von Lieber Daddy Long Legs, einem vor gut hundert Jahren geschriebenen Klassiker, der neu herausgebracht wurde.

Auch Band 2 ist wieder ein Briefroman, wobei wir die Briefe der Anderen nicht zu Gesicht bekommen. Dafür wird sich hier teilweise auf diese bezogen, sodass der Leser indirekt doch mitkriegt, wie es zum Beispiel Judy ergeht. Protagonistin ist Sally, deren beste Freundin Judy, die uns aus Band 1 bekannt ist, ihr die Leitung eines Kinderheimes übertragen hat. Wir können uns alle vorstellen, wie schwer diese Aufgabe ist, insbesondere da Sallys gewünschte Umstrukturierungen auf viel Ablehnung stoßen.

Wieder schreibt Jean Webster mit viel Herz und das Buch ist ebenfalls wieder toll aufgemacht – vergleiche ich es aber mit dem ersten Band, fehlte mir hier der Zugang zu den Charakteren und das besonders Fesselnde.

Lieber Feind war gut, an den Vorgänger kommt es allerdings nicht ganz heran.

Heyne fliegt // 16,00€ // 480 S.

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“Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken …” (Verlag)http://lenaliest.de/wp-content/uploads/2015/09/Untitled4-1024x262.jpg

Anne Freytag hat sich hier zweifellos wieder eine schwere Geschichte ausgesucht: Luise leidet unheimlich unter dem Selbstmord ihres bipolaren Bruders, als sie Jacob kennenlernt, der ebenfalls verschlossen ist.

Ich mag den Stil der Autorin recht gerne, kurze Sätze, dafür aber emotional. Besonders gefallen hat mir auch, wie hier mit dem Thema Tod und Trauer umgegangen wurde, wir haben hier zwar etwas wie eine Liebesgeschichte, diese rückt aber nie vollkommen in den Fokus.

Nicht weg und nicht da ist keine Geschichte voller Lebensfreude, sie ist traurig, herzzerreißend, berührend. Das muss man mögen, wenn man sich für das Buch entscheidet. Mir persönlich war es manchmal fast etwas zu dramatisch, Jacobs Geschichte, Luises und dann noch die ihres Bruders.

Ein trauriges Buch, das ans Herz geht.

dtv // 20,00€ // 384 S.

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“Keiner lehrt Geschichte so lebendig wie er ‒ und das hat einen guten Grund: Tom Hazard, Geschichtslehrer und verschrobener Einzelgänger, sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, die Literaten und Jazzmusiker der Roaring Twenties in Paris erlebt und alle acht Jahre eine neue Identität angenommen. Eines war er über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Denn die Nähe zu anderen Menschen wäre höchst gefährlich gewesen. Jetzt aber tritt Camille in sein Leben. Und damit verändert sich alles.” (Verlag)http://lenaliest.de/wp-content/uploads/2015/09/Untitled4-1024x262.jpg

Matt Haig assoziiere ich mit besonders nachdenklichen Büchern. So habe ich mich auch auf diesen Roman sehr gefreut. Die Idee finde ich sehr spannend: Tom Hazard altert deutlich langsamer als der Durchschnittsmensch, sieht zwar aus wie 40, doch hat schon viel erlebt.

Was sich ein bisschen nach Durchschnittsfantasygeschichte anhört, berührte mich doch sehr. In Zeitsprüngen lesen wir von Tom Hazard heute, der nun Geschichtslehrer ist, aber auch von seinen führen Erinnerungen. Das geht von der Hexenverfolgung bis hin zum elisabethanischen Zeitalter, Schilderungen über die Pest und Ähnlichem…

Gleichzeitig verdeutlicht das Buch wunderbar, wie schwer Einsamkeit sein kann. Zwischen Romantik und Melancholie wird hier eine berührende Geschichte über den Menschen erzählt.


Ich wünsche euch schöne Sonnentage! 😉

eurelenaa

5 thoughts on “KURZREZENSIONEN: “WIE MAN DIE ZEIT ANHÄLT”, “NICHT WEG UND NICHT DA” & “LIEBER FEIND”

  1. Hallo Lena,

    von deinen vorgestellten Büchern habe ich nur das von Matt gelesen und mir hat es auch sehr gefallen. Dein Satz “Zwischen Romantik und Melancholie wird hier eine berührende Geschichte über den Menschen erzählt.” bringt es schön auf den Punkt.

    Liebe Grüße
    Tanja

  2. Ich habe nur Anne Freytags Roman gelesen, der hat mir aber nur so halb getaugt. In meiner Rezi hatte ich irgendwie nichts zu sagen und insgesamt, war ich zwar berührt, aber irgendwie auch nicht. Ganz seltsam ….

  3. Hallöchen Lena =)

    “Lieber Feind” hört sich für mich total interessant an. Dass es eine Fortsetzung ist, hätte ich auf den ersten Blick gar nicht gedacht. Da müsste ich ja erst noch den Vorgänger lesen =).
    Matt Haig stalke och fleißig auf Twitter und bei so vielen begeisterten Anhängern, will ich schon lange mal was von ihm lesen. Ich bin aber bis jetzt noch nicht sicher, ob ich genau mit “Wie man die Zeit anhält “beginnen sollte oder ob nicht ein anderes Werk sinnvoller wäre =).

    LG
    Anja

  4. Huhu Lena,

    bin grade über deinen Blog gestolpert und ein wenig gestörbert. Leider nicht so gut für meine SuB Liste :’) Trotzdem liebe ich es einfach neue Rezensionen zu lesen und empfehlenswerte Bücher zu finden.

    Der Roman von Anne Freytag ist jetzt aufjedenfall meiner Liste dazu gekommen, auch wenn ich diese “schwere Kost” nicht immer gut lesen kann, dafür muss ich in der richtigen Stimmung sein.

    Ganz liebe Grüße an dich!

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