Von Reflexion, Veränderungen und meinem Lesegeschmack | Eure Hilfe?!

Hallo ihr lieben Bücherwürmer,

der heutige Post wird ein ganzes Stück persönlicher…

Neben einigen nachdenklichen Sätzen dreht es sich alles um die Veränderung meines Lesegeschmacks!

Die vergangenen Wochen war ich mitten in der Klausurenphase, was sich auch an den wenigen Beiträgen hier bemerkbar gemacht hat. Dennoch muss ich einfach Prioritäten setzen und da ich noch einiges mehr auf meinem Wochenplan habe, steht das Bloggen dann leider hinten an. Doch genug zur Rechtfertigung, Thema dieses Postes soll doch etwas anderes sein… Jetzt, gegen Ende des Schuljahres, bekommt man noch einmal die Zeit, über die vergangenen Monate zu reflektieren. Habe ich mich verändert? Was ist gut gelaufen? Was waren die Tiefpunkte? Ich schaue gerne zurück, mache mir noch einmal bewusst, was sich entwickelt hat und wie ich mich verändert habe.

Und ich fühle mich so, als hätte ich innerhalb der elften Klasse einen unheimlichen Sprung gemacht. Leistungstechnisch, aber vor allem persönlich. Es fällt mir nicht einfach, genau das in Worte zu fassen, was ich meine. Verzeiht mir also meine Holprigkeit. Ich will mehr. Mich mehr fordern, mehr wissen, mehr erleben, mehr erfahren. Ich habe das Gefühl, in der Oberstufe wahrhaft aufgeblüht zu sein und so entfaltet jetzt eingeengt vor mich hinzuleben. Gleichzeitig kommt der Eindruck, in nichts wirklich vollkommen hineinzupassen. Ich habe Freunde, die genau wissen, was sie wollen und können. Und deren Talente dann genau in der Richtung gefördert werden. Und dann bin da ich. Gedichte schreibend und gleichzeitig ein Faible für das Mathematische habend.

In der letzten Zeit habe ich so viele philosophischen Werke gelesen wie noch nie, ich finde meinen Gefallen an der Geschichte(ja, wir standen viele Jahre tatsächlich auf Kriegsfuß) und mein Enthusiasmus für die Naturwissenschaften kommt zurück. Und ich merke(nun sind wir endlich an dem Punkt angelangt, der für diesen Post ausschlaggebend ist), dass mich meine Jugendbücher nicht mehr vollständig zufriedenstellen können. Und ich weiß, das liegt nicht an dem einzelnen Buch selber, aber an mir und meiner Erwartung. Das heißt nicht, dass ich keine Jugendbücher mehr mag. Im Gegenteil, ich lasse mich auch gerne unterhalten. Das heißt nur, dass ich noch mehr will. Dass da noch mehr ist, was in der literarischen Welt auf mich wartet.

Dan Browns Bücher zum Beispiel waren eine fantastische Mischung aus Wissen und Lesespaß. Und Marc-Uwe Klings Kängurutrilogie ist großes Kino. Auf meiner Want-to-read-Liste steht ganz oben Dantes Göttliche Komödie. Ich plane, mich in den Ferien mal hinzusetzen und mir konkret klar zu machen, was ich von Büchern zukünftig will – und was nicht. Dann werde ich voraussichtlich wieder eine große Bücherbestellung machen, diesmal aber mit Werken, die nicht dem klassischen Jugendbuch entsprechen. Vielleicht sortiere ich meine Regale dann noch einmal etwas radikaler aus? Irgendwie schreit alles in mir gerade nach Veränderung. Die Beiträge auf dem Blog werde ich dann vielleicht mischen. Aussterben wird das Jugendbuch bei mir sicher nicht, doch vielleicht finde ich Alternativen, die mich zukünftig mehr mitreißen. Das zumindest ist meine Hoffnung.

Nun meine Frage an euch: Könnt ihr mir Bücher oder besondere Autoren empfehlen? Mir wird gerade klar, wie ich es vermisst habe, persönliche Sache zu schreiben! Auf dass ich das zukünftig wieder öfter tun werde!

eurelenaa

7 thoughts on “Von Reflexion, Veränderungen und meinem Lesegeschmack | Eure Hilfe?!

  1. Ahoi Lena,

    ich kann dich unglaublich gut nachvollziehen, habe ich momentan doch eine ähnliche Wahrnehmung… Gerade dieser Wissensdurst, mehr zu wollen, sich selbst (heraus) zu fordern…

    Bin super gespannt, welche Werke bei dir dann auf der to-read-Liste landen! Bei mir definitiv Shakespeare, die Bücher aus dem Englischunterricht und die ungelesenen Klassiker, die ich schon zu Hause habe.

    Ein Buch, das mich dieses Jahr umhauen konnte, war “One Flew Over the Cuckoo´s Nest”. In der Schule fand ich das furchtbar, jetzt konnte ich das so gut verstehen und habe die Metaphern und Anspielungen geliebt…

    Besondere Empfehlungen bei Fantasy hätte ich aber auch – Hexenherz: Eisiger Zorn war großartig, weil es mit so vielen Klischees und Rollenbildern brach. Und Joly Rouge. Wobei das eher historisch/ ein Piratenroman ist…

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch,
    Mary <3

  2. Deinen Post habe ich sehr gern gelesen und ich denke, dass ich ihn, auch wenn ich jetzt bereits 28 bin, sehr gut nachvollziehen kann. Während der Oberstufe wurde mein Interesse an Romanen außerhalb des Jugendbuchs genauso geweckt wie bei dir und damals las ich im schulischen Kontext “Der Vorleser”, der mich sehr begeisterte, und im privaten “Der Schatten des Windes”, welches mich wieder ganz klar davon überzeugen konnte, dass ich eine leidenschaftliche Leserin bin. Vielleicht wären die beiden Titel ja auch etwas für dich.

    Sonst könnte ich dir auch noch die beiden Bücher von Celeste Ng ans Herz legen: “Was ich euch nicht erzählte” und “Kleine Feuer überall”. Diese Werke wirst du in den Buchhandlungen zwar nicht bei den Jugendbüchern finden, aber ich denke, dass sie tolle Titel für den Übergang aus der Jugend- in die Erwachsenenphase sind, weil sie sowohl jugendliche, wie auch erwachsene Personen zu Wort kommen lassen und nachdenklich geschrieben wurden. Natürlich gibt es auch noch viel viel mehr, aber das soll’s für heute sein 😉

  3. Hallo Lena,
    Ich glaube diesen Sprung macht jeder junger Leser mal 😉
    Sortiere ruhig was aus, aber halte dir auch Schätze fest. Du hast bestimmt irgendwann auch mal wieder Lust auf ein gutes Jugendbuch.
    Eigentlich bin ich mehr der Krimileser als dass ich Romane lese, aber ich kann dir durchaus ein paar gute Empfehlungen geben.
    Elif Shafak solltest du dir unbedingt mal anschauen und Ian McEwan.
    Wenn es was Klassischeres sein soll, ist mein Favorit immer Stefan Zweig.
    Ich wünsche dir ganz viel Spaß dabei neue Autoren und Literatur für dich zu entdecken.
    Liebe Grüße
    Chrissi

  4. Hallo liebe Lena,
    ich kann Dich ja so gut nachvollziehen! Witzigerweise ging es mir in der elften Klasse genauso.
    Ich kann Dir nur den Rat geben, öfters Sachbücher und Klassiker zu lesen. Und natürlich Essays!
    Abseits vom klassischen Buch: Aber kennst Du das Format TED-Talks schon? Ich mag die 15-minütigen Gedankenanstöße immer sehr gerne. 🙂

    Ganz liebe Grüße aus Nantes und hab noch einen guten Wochenstart,
    Deine Hannah

    PS: Liebe Lena, mach Dir keine Sorgen, dass alle anderen schon “ihr Ding”, das eine große Talent gefunden haben. Ich bin ebenso wie Du auch an so vielem verschiedenen interessiert – und das ist doch eine große Stärke, offen zu sein und sich für vieles zu interessieren. 🙂

  5. Hallo Lena,
    ich befinde mich seit einiger Zeit in genau dieser Lage und kann genau nachvollziehen, was du meinst. Seit ich in der Oberstufe bin hat sich mein Geschmack, was Bücher angeht drastisch geändert. Ich möchte mich auch viel mehr herausfordern und auch Romane lesen, die beispielsweise nicht immer ein happy end haben oder total vorhersehbar sind lesen. Von daher habe ich mir hier und da einige Tipps geholt. Empfehlen kann ich dir guten gewissens also:
    Alles von Chimamanda Ngozi Adichie (eine feministische Autorin) , falls du dich für Jura interessierst: hier sollen die Romane von Ferdinand von Schirach sehr gut sein.
    Und seit einiger Zeit eines meiner Lieblingsbücher: Gott ist nicht schüchtern von Olga Grjasnowa.

  6. Erst einmal, liebe Lena, möchte ich Dir sagen, dass ich es wahnsinnig bewundernswert finde, wie klar, klug und differenziert Du Dich artikulierst. Und das mit 16 Jahren, wow! Ich finde es toll, wenn junge Mädels sich für die Literatur begeistern können – vor allem auch die anspruchsvolle – und wenn sie wiss- und lernbegierig sind. Find ich super!

    Ich möchte auch viel mehr philosophische Werke lesen. Das kommt bei mir noch viel zu kurz.

    Herzliche Grüße,
    Neri

  7. Liebe Lena,

    ich kann dich voll und ganz verstehen. Zwar habe ich mich bisher noch nicht an Klassiker gewagt, (aber eher aus Zeitmangel, denn wir haben kürzlich meinetwegen die SZ-Bibliotheksreihe günstig gekauft), aber bei vielen Jugendbüchern fehlt mir mittlerweile der Anspruch, auch wenn es doch toll ist, klischeevolle Jugendbücher zu lesen (genauso, wie man gerne gammliges Trash-TV schaut – also ich zumindest hin und wieder “Frauentausch” oder so).

    Genauso strebt in mir Vieles nach Veränderung. Veränderung an meinem Blog, an meiner Persönlichkeit. Ich fühle mich wie auf einer schlechten Baustelle: nicht zufrieden, keine Pläne und kein Ziel in Sicht. Ich will viel zu viel machen in viel zu wenig Zeit und weiß am Ende doch nicht, wo will ich hin? Es herrscht Aufbruchsstimmung in mir, aber irgendwie habe ich noch keine Schuhe an.

    Schön zu wissen, dass es nicht nur mir so geht.

    Mit der Kängurutrilogie (die ja demnächst Zuwachs bekommt, oh Jubel!) hast du ja schon mal nichts falsch gemacht. Ich fange demnächst Qualityland an, das soll auch so super sein!

    Lass uns doch mal wieder schreiben, wenn du Lust hast!

    Liebe Grüße,
    Mila

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