Rezension: Lydia Syson: Im dunklen Licht der Tage

Mitten im Spanischen Bürgerkrieg…
Kämpft Felix um ihr Leben…

Es ist das Jahr 1963. Felix ist 17 Jahre alt, will Krankenschwester werden und hat keine Ahnung von dem Spanischen Bürgerkrieg, da sie sehr wohlbehütet zuhause in London aufwächst.
Doch dann gerät sie in eine Demonstration und lernt dort Nat kennen, der sich freiwillig für die Front gemeldet hat und so bald nicht mehr in der Stadt sein wird.
Felix und Nat verlieben sich ineinander, doch ihnen bleibt nicht viel Zeit.
Schon bald ist Nat weg- und dann meldet sich Felix freiwillig als Krankenschwester in Spanien und will Nat suchen.
Doch auch George, der schon lange in Felix verliebt ist, macht sich auf die Suche nach ihr.

Felix,George und Nat verschlägt es alle auf unterschiedliche Weise nach Spanien, sei es als Kämpfer, als Krankenschwester oder, wie in Georges Fall, um Felix zu suchen.

Die 3 Menschen beschreiben ihr hartes Leben mitten im Krieg. Während Felix mit wenig Ausstattung Menschen wieder gesund pflegen soll, erlebt man mit Nat düstere Tage an der Front und George, der nie in das Land wollte, sucht nach Infos und Spuren, da er für die Zeitung schreibt.

Die Zukunft der Drei ist in der gefährlichen Situation ungewiss, trotzdem bleiben sie tapfer und konzentrieren sich auf ihre Aufgaben.

Während die Liebesgeschichte im Hintergrund steht, ist der Fokus auf die Situation in Spanien gerichtet und ich erfuhr viel über den Spanischen Bürgerkrieg und dem Leben verschiedener Menschen in verschiedenen Rollen zu der Zeit.

Meist ist die Geschichte auch spannend, lediglich an ein paar Stellen hat mir die Spannung gefehlt, ich hätte mir gewünscht, dass sich das Bedürfnis weiterzulesen durchgängig eingestellt hätte.

Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen, für Leute, die mehr über den Bürgerkrieg erfahren wollen, aber auch für Leute, die nach einer guten Geschichte suchen!

Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 1 ( sehr gut )2 ( gut )

Titel: Im dunklen Licht der Tage
Verlag: Oetinger
Seitenzahl:320
 ISBN-13: 978-3-7891-4751-7

Preis: 15,99€

Rezension: Dave Eggers:Der Circle

Könnte so unsere Zukunft aussehen?

Mae Holland ist überglücklich. Mit Hilfe ihrer Freundin darf sie nun bei dem “Circle” arbeiten, dem angesagtesten Unternehmen der Welt. Statt Stress erwartet die Mitarbeiter in den Firmen große Pools, die besten Köche und jede Menge Konzerte von internationalen Stars, alles kostenlos versteht sich.
Nun darf sich Mae auch zu der Elite zählen, die einen Job im einflussreichsten Konzern Amerikas haben.
Mae ist beeindruckt von dem Unternehmen und schöpft ihre vielen Möglichkeiten aus. Sie will es bis ganz nach oben schaffen und merkt nicht, dass die Idee von dem “Circle”, es dürfe keine Anonymität mehr im Internet geben, immer mehr zur Realität wird…

Das besondere an “Der Circle” ist, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, dass unsere Welt in der Zukunft einmal so aussieht. Die Gründer des Konzerns sind überzeugt, dass völlige Transparenz das beste ist, was den Menschen passieren könne. Wenn es keine Anonymität mehr gäbe, würde Cybermobbing und jegliche andere Kriminalität eingestellt werden und so wären die Menschen glücklicher. Dass die Welt dafür total überwacht werden muss und an jeder Ecke Kameras lauern, wird nicht angepriesen.
Mae entwickelt sich zu einer Vorzeigemitarbeiterin des Circles, sie postet ständig und hat keine Privatsphäre mehr. Aus der schüchternen Frau wird eine selbstbewusstere, die sich vor der Welt versteckt und nur noch wenig  Kontakt mit ihren wahren Freunden hat, dafür aber ständig vor dem Handy sitzt und der restlichen Welt zeigt, was sie gerade macht.

Zwischen Faszination über den Aufbau des Konzern und die Argumente für die Zerstörung der Privatsphäre zu Entsetzen, wie schlimm die völlige Transparenz wirklich ist, wechselten meine Gefühle.

Nach diesem Buch denkt man noch einmal ganz anders über das Internet und Seiten wie Facebook und ich kann nur hoffen, dass sich ein solches Szenario wie in der Geschichte nie einstellen wird, obwohl wir momentan ja schon eine kleine Vorstufe erleben( Über das Handy ist man auf Seiten wie Facebook, Instagram aber auch WhatsApp immer erreichbar und postet viel…).

Anmerken muss ich allerdings, dass sich die Geschichte zwar meistens flüssig lesen lassen hat, aber mir manchmal eindeutig zu viel beschrieben und sich mit zu kleinen Details aufgehalten wurde.

Und dann war Protagonistin Mae schrecklich naiv, an einer Stelle hätte nicht mehr viel gefehlt, dass ihr Vorgesetzter “Spring” sagt und sie macht es…

Nichtsdestotrotz sollte man sich mit diesem Buch unbedingt einmal beschäftigen. “Der Circle” wird sicher jedem Leser noch einmal die Augen öffnen und zeigen, wie schlimm völlige Transparenz wäre…

Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 2 ( gut )

Titel: Der Circle
Seitenzahl:560
 ISBN-13: 978-3-462-04675-5

Preis: 22,99€

Rezension: Rowan Coleman: Einfach unvergesslich

Wie fühlt man sich, wenn man den Namen der Tochter vergessen hat?
Wie fühlt man sich, wenn man weiß, dass man bald viel mehr vergessen wird?
Wie fühlt man sich, wenn Demenz diagnostiziert wurde?

Claire vergisst neuerdings viele Dinge. Den Namen ihrer Tochter, sich vor dem Rausgehen anzuziehen oder die Nummer des Hauses, in dem sie wohnt. Nicht vergessen hat sie allerdings, dass bei ihr vor kurzem Demenz diagnostiziert wurde. Jetzt ist Eile geboten! Sie schreibt ihre Gedanken und Erlebnisse in einem Buch auf und hat eine lange Liste mit vielen Dingen, die sie noch erledigen will, wie sich neu zu verlieben, sich mit der Tochter aussprechen…
Doch der Alltagswahnsinn geht unaufhaltsam weiter!

Claire ist 40 Jahre und hat frühmanifestierte Alzheimer-Demenz. Wie stark die Demenz fortgeschritten ist oder wie schnell sie vergessen wird, das kann keiner sagen. So lebt Claires Familie im Ungewissen und bangt jeden Tag aufs neue, dass die Mutter sie noch erkennt.
Besonders schlimm hat es Familienvater und Ehemann Greg getroffen: Claire kann keine Liebe mehr zu ihm spüren und erkennt ihn oft nicht mehr…

Für Claire ist die Demenz unheimlich schlimm. Sie ist sehr intelligent und war sehr selbständig, nie gebunden an andere Personen, doch nun musste wieder ihre Mutter Ruth einziehen, um der Familie bei alltäglichen Sachen zu helfen. Denn Greg arbeitet und die kleine Esther muss versorgt werden…

Die Geschichte wird die Meiste Zeit von Claire erzählt, die sich mit der Tatsache, dass sie bald fast alles vergessen wird, abfinden muss und sich oft fragt, warum es sie getroffen hat.
Auch die erwachsene Tochter Caitlin erzählt von der Situation, sowie Greg und Großmutter Ruth.

Um die Familie und Claire besser kennenzulernen, sind in dem Buch verschiedene Ausschnitte des Erinnerungsbuches, das die Familie angefertigt hat um so Claires Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, abgedruckt, so erlebt man als Leser auch romantische und lustige Momente.

“Einfach unvergesslich” zeigt klar, wie schlimm das Leben mit Demenz ist. Nicht nur für die Umstehenden, sondern auch für die Person selbst. Auch wenn dem Leser klar gezeigt wird, dass die Krankheit schlimm ist, ist die Geschichte keineswegs erdrückend dunkel oder zu “schwer”, sondern es gibt immer wieder Stellen, die die Geschichte auflockern.

Gewünscht hätte ich mir an manchen Stellen mehr Spannung, sodass sich das Bedürfnis, unbedingt weiterzulesen, durchgehend eingestellt hätte.

Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 1 ( sehr gut ) bis 2 ( gut )

Titel: Einfach unvergesslich
Verlag: Piper
Seitenzahl:416
 ISBN-13:978-3-492-96764-8

Preis: 14,99€