Rezension: Matthew Dicks: Der beste Freund, den man sich denken kann

Ein imaginärer Freund…
Erzählt von seinem…
Ganz und gar nicht langweiligem Leben!

Budo ist der imaginäre Freund von Max und das ist kein leichter Job! Denn Max ist anders als normale Kinder in seinem Alter. Er mag es nicht, wenn man ihn berührt,wenn er reden muss oder wenn ihm jemand in die Augen guckt und so wird der Schultag jedes Mal wieder eine Herausforderung. Doch zum Glück gibt es Budo, Max besten Freund- der nebenbei nicht echt ist. Budo hilft Max im Alltag und ist trotzdem ruhig und lässt ihn in Ruhe. Das schlimmste für Budo wäre, wenn Max nicht mehr an ihn glaubt, denn dann würde er verschwinden… Doch bis dahin genießt er das Leben in vollen Zügen! Bis etwas schreckliches passiert…

Budo ist, nett, hilfsbereit und nicht real. Er sieht so aus und verhält sich so, wie Max ihn sich vorgestellt hat. Der kleine Max ist ein autistischer Junge und hat einige Probleme. Seine Mutter zum Beispiel darf ihn erst küssen, wenn er eingeschlafen ist. Nur Budo akzeptiert ihn wie er ist und zwischen ihm und Max ist eine ganz besondere Bindung.

Zu Beginn ist der außergewöhnliche Schreibstil mehr als gewöhnungsbedürftig. Budo erzählt die Geschichte aus seiner Sicht, er ist 6 oder 7 Jahre alt und denkt sehr einfach. Die Sätze sind kurz und Budo schweift oft vom Thema ab, zu diesem Zeitpunkt war das Buch für mich zwar interessant, aber wirklich gefesselt hat es mich nicht.

Doch kurz vor der Hälfte, nachdem die ersten Andeutungen auf “das Schreckliche Ereignis” auftauchten, nahm die Geschichte Fahrt auf, ich fieberte mit Budo und den anderen mit und das Buch wurde spannend bis zum Ende.

Nun wurden auch die Charaktere netter und ich habe sie lieber gewonnen als am Anfang, jedem habe ich gewünscht, dass sich seine Träume und Hoffnungen noch erfüllen.

Wenn man sich an dem kindlichen und stockenden Schreibstil nicht aufhängt, ist die Geschichte durchaus spannend und z.B. das Thema “Autismus”, was in dem Buch aufgegriffen wird, hat mich sehr interessiert und es ist interessant darüber zu lesen.

Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 2 ( gut ) bis 3 ( befriedigend)

Titel: Der beste Freund, den man sich denken kann
Verlag: Berlin Taschenbuch
Seitenzahl:448
 ISBN-13:978-3-8333-0965-6

Preis: 9,99€

Rezension: Roope Lipasti: Ausflug mit Urne

Mit einer Urne in der Tasche…
Machen sich zwei Brüder…
Auf eine Reise…

Teemu und Janne sind Brüder und total verschieden. Schon lange haben sie sich nicht mehr gesehen, beide sind nun um die 40 Jahre alt und haben ihr eigenes Leben, doch als ihr Stiefgroßvater Jalmari stirbt, beschließen die beiden, vor der Testamentsverkündung im ostfinnischen Imatra noch einige Orte aufzusuchen, an denen Jalmari früher einmal gelebt hat. Und das sind viele, um die 50x ist der Stiefgroßvater schon umgezogen. Auf der Reise erleben die beiden Brüder viele Überraschungen und treffen auf völlig verschiedene Menschen. Und nicht zu letzt lernen Teemu und Janne sich auf der Fahrt noch einmal ganz neu kennen, erzählen sich Dinge, die der andere nie gewusst hatte und merken, dass Familie trotz allem sehr wichtig ist..

Teemu und Janne sind zwar Brüder, doch komplett verschieden. Teemu ist der ordentliche Geschäftsmann, der keine Überraschungen mag. Janne ist das Gegenteil, aufgeweckt, lebensfroh, chaotisch und doch charmant.

Nachdem die Mutter der beiden gestorben ist, haben die Brüder sich aus den Augen verloren und lange nichts mehr miteinander zu tun gehabt. Bis der 2. Mann ihrer Oma stirbt und sie sich mit der Urne, in der die Asche des Stiefgroßvaters Jalmaris ist, auf den Weg zur Testamentsverkündung machen. Teemu und Janne erhoffen sich viel Geld, immerhin waren Jalmaris Taschen immer voll davon und engstehendere Verwandten gibt es doch nicht, oder?

Die Geschichte wird aus der Sicht von Teemu, dem älteren Bruder erzählt, stellenweise in der Gegenwart und stellenweise in der Vergangenheit, sodass man praktisch 2 Geschichten liest.

“Ausflug mit Urne” ist ein besonderes Buch über zwei Brüder, die zwar die gleichen Eltern haben, aber doch komplett verschieden sind. Die Geschichte ist fast durchgängig spannend und das Ende ist überraschend.

An manchen Stellen habe ich den roten Faden der Geschichte nicht mehr gefunden, immer wieder ist der Autor vom Weg abgekommen, was mich doch gestört hat.

Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 2 ( gut )

Titel: Ausflug mit Urne
Verlag: Blessing
Seitenzahl:320
 ISBN-13:978-3-89667-528-6

Preis: 19,99€

Rezension: Lydia Syson: Im dunklen Licht der Tage

Mitten im Spanischen Bürgerkrieg…
Kämpft Felix um ihr Leben…

Es ist das Jahr 1963. Felix ist 17 Jahre alt, will Krankenschwester werden und hat keine Ahnung von dem Spanischen Bürgerkrieg, da sie sehr wohlbehütet zuhause in London aufwächst.
Doch dann gerät sie in eine Demonstration und lernt dort Nat kennen, der sich freiwillig für die Front gemeldet hat und so bald nicht mehr in der Stadt sein wird.
Felix und Nat verlieben sich ineinander, doch ihnen bleibt nicht viel Zeit.
Schon bald ist Nat weg- und dann meldet sich Felix freiwillig als Krankenschwester in Spanien und will Nat suchen.
Doch auch George, der schon lange in Felix verliebt ist, macht sich auf die Suche nach ihr.

Felix,George und Nat verschlägt es alle auf unterschiedliche Weise nach Spanien, sei es als Kämpfer, als Krankenschwester oder, wie in Georges Fall, um Felix zu suchen.

Die 3 Menschen beschreiben ihr hartes Leben mitten im Krieg. Während Felix mit wenig Ausstattung Menschen wieder gesund pflegen soll, erlebt man mit Nat düstere Tage an der Front und George, der nie in das Land wollte, sucht nach Infos und Spuren, da er für die Zeitung schreibt.

Die Zukunft der Drei ist in der gefährlichen Situation ungewiss, trotzdem bleiben sie tapfer und konzentrieren sich auf ihre Aufgaben.

Während die Liebesgeschichte im Hintergrund steht, ist der Fokus auf die Situation in Spanien gerichtet und ich erfuhr viel über den Spanischen Bürgerkrieg und dem Leben verschiedener Menschen in verschiedenen Rollen zu der Zeit.

Meist ist die Geschichte auch spannend, lediglich an ein paar Stellen hat mir die Spannung gefehlt, ich hätte mir gewünscht, dass sich das Bedürfnis weiterzulesen durchgängig eingestellt hätte.

Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen, für Leute, die mehr über den Bürgerkrieg erfahren wollen, aber auch für Leute, die nach einer guten Geschichte suchen!

Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 1 ( sehr gut )2 ( gut )

Titel: Im dunklen Licht der Tage
Verlag: Oetinger
Seitenzahl:320
 ISBN-13: 978-3-7891-4751-7

Preis: 15,99€

Rezension: Dave Eggers:Der Circle

Könnte so unsere Zukunft aussehen?

Mae Holland ist überglücklich. Mit Hilfe ihrer Freundin darf sie nun bei dem “Circle” arbeiten, dem angesagtesten Unternehmen der Welt. Statt Stress erwartet die Mitarbeiter in den Firmen große Pools, die besten Köche und jede Menge Konzerte von internationalen Stars, alles kostenlos versteht sich.
Nun darf sich Mae auch zu der Elite zählen, die einen Job im einflussreichsten Konzern Amerikas haben.
Mae ist beeindruckt von dem Unternehmen und schöpft ihre vielen Möglichkeiten aus. Sie will es bis ganz nach oben schaffen und merkt nicht, dass die Idee von dem “Circle”, es dürfe keine Anonymität mehr im Internet geben, immer mehr zur Realität wird…

Das besondere an “Der Circle” ist, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, dass unsere Welt in der Zukunft einmal so aussieht. Die Gründer des Konzerns sind überzeugt, dass völlige Transparenz das beste ist, was den Menschen passieren könne. Wenn es keine Anonymität mehr gäbe, würde Cybermobbing und jegliche andere Kriminalität eingestellt werden und so wären die Menschen glücklicher. Dass die Welt dafür total überwacht werden muss und an jeder Ecke Kameras lauern, wird nicht angepriesen.
Mae entwickelt sich zu einer Vorzeigemitarbeiterin des Circles, sie postet ständig und hat keine Privatsphäre mehr. Aus der schüchternen Frau wird eine selbstbewusstere, die sich vor der Welt versteckt und nur noch wenig  Kontakt mit ihren wahren Freunden hat, dafür aber ständig vor dem Handy sitzt und der restlichen Welt zeigt, was sie gerade macht.

Zwischen Faszination über den Aufbau des Konzern und die Argumente für die Zerstörung der Privatsphäre zu Entsetzen, wie schlimm die völlige Transparenz wirklich ist, wechselten meine Gefühle.

Nach diesem Buch denkt man noch einmal ganz anders über das Internet und Seiten wie Facebook und ich kann nur hoffen, dass sich ein solches Szenario wie in der Geschichte nie einstellen wird, obwohl wir momentan ja schon eine kleine Vorstufe erleben( Über das Handy ist man auf Seiten wie Facebook, Instagram aber auch WhatsApp immer erreichbar und postet viel…).

Anmerken muss ich allerdings, dass sich die Geschichte zwar meistens flüssig lesen lassen hat, aber mir manchmal eindeutig zu viel beschrieben und sich mit zu kleinen Details aufgehalten wurde.

Und dann war Protagonistin Mae schrecklich naiv, an einer Stelle hätte nicht mehr viel gefehlt, dass ihr Vorgesetzter “Spring” sagt und sie macht es…

Nichtsdestotrotz sollte man sich mit diesem Buch unbedingt einmal beschäftigen. “Der Circle” wird sicher jedem Leser noch einmal die Augen öffnen und zeigen, wie schlimm völlige Transparenz wäre…

Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 2 ( gut )

Titel: Der Circle
Seitenzahl:560
 ISBN-13: 978-3-462-04675-5

Preis: 22,99€

Rezension: Rowan Coleman: Einfach unvergesslich

Wie fühlt man sich, wenn man den Namen der Tochter vergessen hat?
Wie fühlt man sich, wenn man weiß, dass man bald viel mehr vergessen wird?
Wie fühlt man sich, wenn Demenz diagnostiziert wurde?

Claire vergisst neuerdings viele Dinge. Den Namen ihrer Tochter, sich vor dem Rausgehen anzuziehen oder die Nummer des Hauses, in dem sie wohnt. Nicht vergessen hat sie allerdings, dass bei ihr vor kurzem Demenz diagnostiziert wurde. Jetzt ist Eile geboten! Sie schreibt ihre Gedanken und Erlebnisse in einem Buch auf und hat eine lange Liste mit vielen Dingen, die sie noch erledigen will, wie sich neu zu verlieben, sich mit der Tochter aussprechen…
Doch der Alltagswahnsinn geht unaufhaltsam weiter!

Claire ist 40 Jahre und hat frühmanifestierte Alzheimer-Demenz. Wie stark die Demenz fortgeschritten ist oder wie schnell sie vergessen wird, das kann keiner sagen. So lebt Claires Familie im Ungewissen und bangt jeden Tag aufs neue, dass die Mutter sie noch erkennt.
Besonders schlimm hat es Familienvater und Ehemann Greg getroffen: Claire kann keine Liebe mehr zu ihm spüren und erkennt ihn oft nicht mehr…

Für Claire ist die Demenz unheimlich schlimm. Sie ist sehr intelligent und war sehr selbständig, nie gebunden an andere Personen, doch nun musste wieder ihre Mutter Ruth einziehen, um der Familie bei alltäglichen Sachen zu helfen. Denn Greg arbeitet und die kleine Esther muss versorgt werden…

Die Geschichte wird die Meiste Zeit von Claire erzählt, die sich mit der Tatsache, dass sie bald fast alles vergessen wird, abfinden muss und sich oft fragt, warum es sie getroffen hat.
Auch die erwachsene Tochter Caitlin erzählt von der Situation, sowie Greg und Großmutter Ruth.

Um die Familie und Claire besser kennenzulernen, sind in dem Buch verschiedene Ausschnitte des Erinnerungsbuches, das die Familie angefertigt hat um so Claires Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, abgedruckt, so erlebt man als Leser auch romantische und lustige Momente.

“Einfach unvergesslich” zeigt klar, wie schlimm das Leben mit Demenz ist. Nicht nur für die Umstehenden, sondern auch für die Person selbst. Auch wenn dem Leser klar gezeigt wird, dass die Krankheit schlimm ist, ist die Geschichte keineswegs erdrückend dunkel oder zu “schwer”, sondern es gibt immer wieder Stellen, die die Geschichte auflockern.

Gewünscht hätte ich mir an manchen Stellen mehr Spannung, sodass sich das Bedürfnis, unbedingt weiterzulesen, durchgehend eingestellt hätte.

Ich gebe dem Buch diese Bewertung in Schulnoten: 1 ( sehr gut ) bis 2 ( gut )

Titel: Einfach unvergesslich
Verlag: Piper
Seitenzahl:416
 ISBN-13:978-3-492-96764-8

Preis: 14,99€